Aquarien-Unterbau selber bauen

Das Aquarium ist für viele Hobby und Ruhepool zugleich, es wird zum Blickfang im heimischen Wohnzimmer. Fast jeder fängt zuerst klein an und will dann entweder weitere Aquarien oder das Riesenaquarium. Letzteres ist für einige Zierfische wie die beliebten bunt leuchtenden Malawi-Cichliden sogar notwendig: Mit vielen Arten geht es ab 600 Liter erst los!

Je größer und schwerer das Aquarium, umso stabiler muss auch der Unterbau sein. Wegen der Kosten oder für Aquarien-Maßanfertigungen werden einige beim Unterbau erfinderisch. Das kann sich böse rächen. Selbst wenn die tragenden Elemente das Gewicht locker tragen, bringt das wenig, wenn sie irgendwann zur Seite wegknicken. Im Zweifelsfall sind deswegen passende Unterschränke aus dem Handel, Komplett-Sets mit Unterbau oder der Expertenrat der sicherste Weg. Gerade dann, wenn das Aquarium bereits auf Maß angefertigt wird, hat man bereits einen kompetenten Ansprechpartner.

Aquarianer haben ihre Tipps, die sich seit langem bewähren. Demnach haben sie für Aquarien bis mittlerer Größe einige IKEA-Schränke gefunden, die sich perfekt als Unterbau eignen. Demnach stehen Aquarien mit knapp 100 Litern auf dem IKEA Kallax. Dieser ist jedoch an der Wand zu befestigen, damit es nicht zur Seite wegkippen kann. Eigentlich sollen maximal 25 kg auf dem 77 x 77 x 39 cm großen Möbelstück stehen.

Auch andere Kallax-Ausführungen haben sich bereits als Unterbau für Aquarien etabliert. Die mittleren Elemente sind durchaus schmal, die Seiten, und Boden- sowie Unterplatten jedoch stärker. Außerdem steht das Kallax nicht auf Füßen, das Gewicht lastet zu diesen dickeren Seitenelementen breit auf dem Bodengrund. Für längere Aquarien ist zwingend darauf zu achten, dass auch in der Mitte ein dickes tragendes Element steht. Es könnten zwei 77 x 77 x 39 cm Kallax nebeneinander stehen. Wichtig bleibt, dass diese hinten zur Wand fixiert werden, um nicht zur Seite knicken zu können

Aquarium

Aquarien-Unterbau selber bauen

IKEA kann nicht alle Wünsche erfüllen. Selbst die Hersteller für einen Aquarien-Unterbau treffen nicht jeden Geschmack. Häufig kommt es auch mit dem Platz nicht hin, weswegen bereits Aquarien-Maßanfertigungen gewählt werden müssen. Es haben sich also verschiedene Möglichkeiten etabliert, einen Aquarien-Unterbau sehr einfach selber zu bauen.

Zu beachten:

  • Der Zimmerboden muss den Aquarien-Unterbau samt Aquarium tragen können.
  • Die tragenden Elemente müssen das Aquarium locker halten.
  • Der Unterbau darf niemals zur Seite oder nach vorne wegkippen können.
  • Der Kontakt mit Wasser darf das gewählte Material nicht aufweichen.
  • Die tragenden Elemente und die darauf liegende tragende Platte müssen eben aufliegen.
  • Das schwere Aquarium muss auf einer waagerechten Ebene durchgehend aufliegen.
  • Der Aquarien-Unterschrank soll Stauraum bieten, beispielsweise für Außenfilter, für Werkzeuge und Futtermittel.
  • Für die bessere Optik sollen sich die Seiten des Aquarien-Unterbaus leicht verkleiden lassen.

Ständerwerk aus Rahmhölzern

In vielen Baumärkten werden den Kunden die Holzplatten und Rahmhölzer auf den mm genau zugeschnitten. Letztere sollen exakt rechtwinklig sein. Die Boden- und Decken-Hölzer müssen immerhin glatt auf den tragenden Rahmhölzern aufliegen. Diese Rahmen müssen noch mit Abstandshalter montiert werden. Für die Montage bieten sich starre Metallwinkel an, damit nichts mehr wackeln kann.

Wer solch einen Rahmen alle 60 cm einplant und sauber arbeitet, muss eventuell noch die tragende Platte unterfüttern, wenn der Bodengrund doch etwas uneben war. Rahmhölzer von 5 x 5 cm werden bereits Aquarien bis 180 Liter tragen, ab 500 Liter wären wohl 10 x 10 cm besser.

Als tragende Platte sind Arbeitsplatten für Küchenzeilen oder dicke OSB-Platten die günstigste Variante. Auch andere stabile Holzplatten wären denkbar, im Idealfall sollen sie sehr nässebeständig sein. Einige verwenden sogar Türen, wobei diese häufig wegen der Hohlkammern nicht stabil sind.

Auf die tragende Platte kommt noch eine spezielle Gummimatte, auf der das Aquarium rutschfest steht. Außerdem werden die Seitenwände des Aquarien-Unterbaus verkleidet. Nach vorne sollen diese sich wie die Türen in einem Küchenschrank öffnen lassen.

Ständerwerk aus Ytong – Porenbeton

Als Baustoff hat sich der Ytong Porenbeton seit langem für den Aquarien-Unterbau etabliert und trägt mit genügend tragenden Zwischenwänden selbst Aquarien über 1000 Liter. Es ist möglich, diese Leichtbausteine auf eine auf dem Boden liegende Holzplatte zu verkleben und dann in die Höhe zu gehen, um mit einer tragenden Platte abzuschließen.

Sobald das Aquarium einmal sicher steht, ist so viel Gewicht auf den Steinen, dass diese nicht mehr verrücken können. Es würde also reichen, diese übereinander zu stapeln.

Auch hier ist es extrem wichtig, dass die tragende Platte perfekt aufliegt, nicht mehr nachgeben kann und exakt eben ist. Je schwerer das Aquarium, umso wichtiger ist es, dass es auf ganzer Länge exakt eben aufliegt.

Genau wie bei einem Holzgestell lassen sich auch auf dem Ytong Seitenwände aus Holz anbringen. Am einfachsten wäre es, auf dem Ytong ein paar Holzleisten anzubringen. Eventuell ist dafür durch den Porenbeton hindurch zu bohren. Auf diesen Holzleisten kann eine Aufhängung montiert werden, um die Seitenleisten reinzuhängen. Mit dieser Methode werden beispielsweise Küchenschränke an die Wand gehangen. Wer noch alte Küchenschränke hat, kann diese Bauteile sogar ausbauen.

Roter Neon Fisch

Tipps für den Aquarien-Unterbau

Es gibt traumhaft schöne Küchen, diese werden häufig sogar auf Maß eingebaut. Es wäre also denkbar, dass die Küchenausstatter einem die Küchentüren einzeln verkaufen, die immerhin nach Normmaßen günstig hergestellt werden. Möglicherweise gibt es auch passende Elemente für die Seitenverkleidung. Wer seinen Unterbau nach diesen Normmaßen plant, kann darauf zurückgreifen. Es entsteht eine tolle Optik zum überschaubaren Preis.

Alternativ zu Küchenzeilen finden sich vielleicht auch günstige Möbelstücke, deren Seiten und Türen sich verwenden lassen.

Die Einbau-Elemente werden nicht zum Boden oder bis ganz oben abschließen. Es muss also entweder eine Zierleiste geben, oder diese Stellen sind vorab bereits aufzuarbeiten. Holz ließe sich nach dem Schleifen mit einer Lasur, einem Lack oder einem Holzöl behandeln. Dieser Arbeitsschritt muss jedoch erfolgen, bevor der Unterbau fest verbaut ist.

Auch für den Ytong gibt es diverse Möglichkeiten: Fliesen ankleben, einen beständigen Putz auftragen oder eine Zierleiste anbringen.

Bevor Wasser in das Aquarium gefüllt wird, ist zu prüfen, dass es wirklich mit der gesamten Fläche aufliegt. Zur Sicherheit wären größere Aquarien nur nach und nach mit Wasser zu befüllen. Es könnte sich immerhin noch etwas setzen und in seltenen Fällen sind Aquarien undicht.

Wer mehrere kleine Aquarien in seinen Hobbykeller stellt, kann auch ein passendes Schwerlastregal aufbauen und zu den Seiten an die Wand montieren. Ob es direkt oder mit einem Winkel angebracht wird: Es müssen richtige Dübel in die Wand gehen.

Gabelschwanz Regenbogenfisch

Für die Bequemlichen: der fertige Aquarienschrank

Wie zu Beginn berichtet, fängt jeder erst einmal klein an. Aber auch für Aquarien mit weit über 100 Litern gibt es im Handel von verschiedenen Herstellern Komplettsets. Der passende Aquarienschrank gehört bereits dazu, alle Elemente sind aufeinander abgestimmt. Wenn einem die Beleuchtung, der Kies oder etwas anderes nicht gefällt, lässt es sich immer noch abändern.

Ob Eigenbau oder Komplett-Set – abgesehen der IKEA Kallax-Module geht es leider ins Geld. Heimwerker werden es bestätigen, dass Eigenbauten sogar deutlich teurer sein können, als das Fertigprodukt aus dem Handel. Wer seinen handwerklichen Fähigkeiten nicht traut, sollte also einen passenden Aquarienschrank aus dem Handel oder direkt ein Kompett-Set wählen und nicht über 240 Liter hinaus gehen. Diese Größe würde sogar für einige der bereits genannten Malawi-Cichliden genügen.

Aquarium-Landschaft