Die Kunst aus Altem Neues zu zaubern.

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Schöne, neue Deko- und Einrichtungsgegenstände herstellen und gleichzeitig etwas gutes für die Umwelt tun? Wie das geht, zeigt Stefanie in ihrem Blog „Alt trifft Neu“ immer wieder in Perfektion. „Upcycling“ ist das Zauberwort um das sich ihre tollen Kreationen immer wieder drehen. Im Interview verrät sie uns viele spannende Insights und Tipps rund um ihren DIY Blog.

DIY Blog Alttrifftneu.de

Nils: Hi Stefanie! Vielen Dank, dass du dir die Zeit für ein Interview mit uns genommen hast. Könntest du dich zunächst einmal mit einigen Worten unseren Lesern vorstellen?

Stefanie: Klar, ich bin Stefanie, 37 Jahre jung und wohne seit nunmehr 12 Jahren in Berlin. Gebürtig bin ich aus Bayern. Das Leben in Berlin passt mehr zu meinem Wesen, wobei ich mich überall auf der Welt zuhause fühlen kann.

„Ein grüner Lebensstil (Green Lifestyle) ist für mich ein ökologischer Nachhaltigkeitsgedanke mit dem Ziel kein Müll zu produzieren und Gegenständen und Materialien durch Kreativität ein zweites Leben zu geben!“

Nils: Du betreibst den DIY-Blog alttrifftneu.de. Wofür steht dein Blog? Was macht ihn besonders?

Stefanie: Auf „Alt trifft Neu“ findet man Informationen, Ideen und Anregungen rund um das Thema Upcycling, Green Lifestyle und was die Welt sonst noch bunter und schöner macht, aber sie auch mal kritisch hinterfragt.

Ein grüner Lebensstil (Green Lifestyle) ist für mich ein ökologischer Nachhaltigkeitsgedanke mit dem Ziel kein Müll zu produzieren und Gegenständen und Materialien durch Kreativität ein zweites Leben und eine verlängerte Nutzungsdauer zu geben. Dabei schützen wir unser Welt nachhaltig und verringern unseren ökologischen Fußabdruck auf kreative und schöne Weise! Upcycling finden wir vor allem in ärmeren Gesellschaften, wie Entwicklungsländern. Auch Großmutter hatte einst stets grandiose Ideen um Gegenstände wiederzubeleben.

Mein Enthusiasmus für diese Projekte ist es schöne Produkte zu erstellen, welche durch vermeintliche Abfallmaterialien und Liebe entstanden sind. Jedes Produkt soll eine Botschaft an unsere Wegwerfgesellschaft vermitteln.

„Ich wollte meine Projekte teilen und meine Gedanken zur Welt mitteilen!“

Nils: Wann und wie bist du zum Bloggen gekommen?

Stefanie: Den Blog „Alt trifft Neu“ gibt es seit Juli 2015. Damals habe ich mit dem Thema Upcycling begonnen, da ich immer mal wieder Dinge upgecycelt habe. Ich wollte meine Projekte teilen und meine Gedanken zur Welt mitteilen, weswegen mir mein Freund zum Geburtstag den Blog geschenkt hatte. Natürlich nur als Rohformat, aber er hatte mir alles aufgesetzt. Ich musste nur noch einen Namen finden und mich mit WordPress auseinander setzen.

Nils: Warst du schon immer kreativ oder kann man das lernen?

Stefanie: Eigentlich war ich schon immer kreativ. Als Kind und Jugendliche habe ich gerne gezeichnet. Ich war schon immer erfinderisch und habe mir Sachen, die ich mir nicht leisten konnte, selbst gebastelt, genäht etc. Oft recht schlecht, aber ich hatte was ich wollte…

Alle meine DIY sind nachhaltig erstellt!

Nils: Was ist deine persönliche DIY-Note? Was zeichnet deine Kreationen aus?

Stefanie: Alle meine DIY sind nachhaltig erstellt. D.h. dass es entweder Upcycling-Stücke sind oder DIY mit nachhaltigen Charakter. Dabei versuche ich immer Sachen zu verwenden, die ich bereits zuhause habe. Das sind Sachen die z.B. kaputt sind, die ich nicht mehr verwende oder Reste aus anderen Projekten.

Nils: Hast du einen Geheimtipp, wie du dich für neue DIY-Ideen inspirieren lässt?

Stefanie: Oft sind es Ideen zu Dingen die ich gebrauchen könnte. Ein Lampenschirm, ein klappbarer Balkontisch oder andere Dinge. Gerade baue ich die Verkleidung unserer Stufe zum Balkon. Manchmal suche ich auch nach Ideen für kleine Geschenke und lasse ich mich dann gerne von Pinterest sowie anderen DIY-Blogs inspirieren.

Nils: Welches ist dein persönlicher DIY-Favorit aus deiner eigenen Kreation?

Stefanie: Das ist schwierig. Ich mag eigentlich alles, aber ein Projekt, dass immer wieder angefragt wird und das es sogar nach SEOUL (SUP – Seoul Upcycling Plaza) zur Ausstellung geschafft hat, ist mein erster Altpapier-Lampenschirm.

Schaffte es in die südkoreanische Hauptstadt zur Seoul Upcycling Plaza (SUP): Stefanies erster Altpapier-Lampenschirm:

DIY Hängelampe
DIY Altpapier Lampenschirm

Nils: Wie lange sitzt du im Schnitt an einem Blog-Artikel? Wie viel Zeit geht dabei auf das Konto der kreativen Arbeit und wie viel fließt in das Bloggen?

Stefanie: Tatsächlich ist das sehr unterschiedlich, denn je nach Umfang des Projektes, kann das von ein paar Stunden bis hin zu Tagen sein. Im Durchschnitt bin ich aber sicher bei ca. 6-8 Stunden angesiedelt. Davon sind ca. 60 % kreatives Arbeiten, 30 % Bildbearbeitung + Blogbeitrag (Tutorial) schreiben und 10 % fürs Promoten auf den verschiedenen Social Media Kanälen.

Nils: Ist dein Blog ein reines Hobby oder verdienst du auch Geld mit deiner Arbeit?

Stefanie: Mein Blog ist mein Hobby, denn er ist zu meinem Sprachrohr geworden. Ich erreiche die Menschen viel besser und ich kann meinen Gedanken auch zu anderen Themen freien Lauf lassen. Seit diesem Jahr habe ich aber auch die ein oder andere kleinere Kooperation angenommen. Ich werde immer mal wieder angeschrieben, wenn etwas passendes dabei ist, bin ich offen für eine Kooperation, aber ich verkaufe mich nicht. Akquise mache ich aber nicht.

Nils: Wie viele Besucher hatte dein Blog in den letzten drei Monaten

Stefanie: In den letzten 3 Monaten hat sich da einiges getan. Bis Mitte August waren es im monatlichen Durchschnitt immer rd. 8.000 Besucher, seitdem steigt es ständig, sodass ich z.B. in den letzten 3 Monaten rd. 37.500 Besucher hatte. Somit habe ich die monatliche Besucher-Grenze von 10.000 überschritten.

Nils: Auf welchen Social Media Plattformen bist du aktiv?

Stefanie: Ich nenne mal meine drei liebsten Plattformen:

  1. Am meisten bin ich auf Facebook (https://www.facebook.com/alttrifftneu/). Dort führe ich eine „Fanseite“ und eine Gruppe „Bloggen über nachhaltige Projekte“ (https://www.facebook.com/groups/1926530334281522/).
  2. Danach würde ich sagen, dass Instagram (https://www.instagram.com/alt_trifft_neu/) eine tolle und ganz wichtige Plattform für mich ist.
  3. Pinterest (https://www.pinterest.de/alttrifftneu/) wurde von mir lange unterschätzt, weswegen ich da gerade im Aufbau stecke.

Nils: Was sind abgesehen von Social Media deine besten Traffic-Bringer?

Stefanie: SEO, Gruppen auf Facebook, Kommentare auf anderen Blogs hinterlassen und gerade bei DIY bei den vielen Linkparties das neueste DIY verlinken. SEO Einstellungen mit den richtigen Keywords sind sehr wichtig. Dadurch wird man viel leichter gefunden. Immer wenn ich einen neuen Blogbeitrag veröffentliche kann ich sehen, woher der Traffic kommt, da sind u.a. viele Suchmaschinenverweise dabei.
Facebook-Gruppen sind Gold wert. Zu jedem Thema gibt es passende Gruppen in welchen man den neuen Blogbeitrag promoten kann. So erreicht man auch die gewünschte Zielgruppe.
Schöne Kommentare auf anderen Blogs zu hinterlassen ist ebenso wichtig. Man hinterlässt beim Erstellen (Eingabe bei Name & E-Mail, unschön ist direkt im Kommentar) auch seine Webseite, sodass die Leute bei Gefallen, direkt zum Blog finden.
Linkparties gerade im DIY-Segment sind ebenfalls super um den Traffic zu steigern. Es gibt zu jedem Thema irgendwo eine erfolgreiche Linkparty. Im Übrigen habe ich auch eine monatliche Linkparty (http://www.alttrifftneu.de/category/blogparty/)

Nils: Gibt es ein Lieblingsmaterial, mit dem du besonders gerne arbeitest?

Stefanie: Holz und Papier. Ok das sind jetzt zwei.
Holz weil es robust ist und man viele Möbelstücke bauen kann. Ich verwende dazu immer Reste oder Holz, welches auf der Straße liegen bleibt (z.B. Paletten o.ä.). Besonders mag ich an Holz die Textur.
Papier, weil es so viel Altpapier und Karton überall gibt. Aus Papier kann man viele tolle Dinge machen. Alte Zeitungen und Magazine verleihen außerdem ein einzigartiges Muster, sowie bei meiner Altpapier-Lampe.

Nils: Was sind die von dir am häufigsten genutzten Werkzeuge oder sonstigen Hilfsmittel für deine Kreationen?

Stefanie: Cutter, Kleber und Hammer.

Pflichtausrüstung:

  • Cutter
  • Kleber
  • Hammer
  • Schere
  • Pinsel
  • Farben
  • Bohrmaschine
  • Schraubenzieher
  • Schraubzwinge
  • Je nach Projekt weitere Werkzeuge…

Nils: Was gehört für dich sonst noch zur Pflichtausrüstung eines DIY-Bloggers?

Stefanie: Kommt darauf an, was der DIY-Blogger macht. Manche basteln nur, da reicht bestimmt Schere, Kleber und ein paar Pinsel + Farben. Sofern man größere Sachen baut benötigt man auch eine Bohrmaschine und andere Werkzeuge (Schraubenzieher, Schraubzwingen usw.).

Nils: Hast du einen Tipp für andere Blogger, wie sie mehr Leser für Ihren Blog gewinnen können?

Stefanie: Gute Frage. Ich bin selbst immer noch dabei neue Wege der Selbstvermarktung zu entdecken, aber grundlegend muss man für interessante und authentische Inhalte sorgen. Auf gute Bildqualität achten und alle Social Media Kanäle mit schönen Inhalten pflegen.
Es gibt auch immer wieder Angebote, die einen unterstützen um z.B. einen schönen Abonenntenstamm für den Newsletter aufzubauen. Das ist alles sehr zeitintensiv, aber lohnend.

Meinen Lebensunterhalt möchte ich nicht mit meinem Blog bestreiten. Das würde mir die Freude am Kreativ sein nehmen.

Nils: Was ist dein großes „Blogger-Goal“? Wo soll es mit deinem Blog in der Zukunft hingehen?

Stefanie: Natürlich würde ich mich darüber freuen, wenn immer mehr Leute meinen Blog lesen, vielleicht die ein oder andere nachhaltige Kooperation zustande kommt und mein Netzwerk von Gleichgesinnten immer größer wird. Meinen Lebensunterhalt möchte ich aber nach wie vor nicht damit bestreiten wollen. Das würde mir die Freude am Kreativ sein nehmen, wenn ich etwas produzieren müsste, damit ich viele Inhalte hätte.
Vielleicht bringe ich mal ein Buch raus oder halte Workshops über Upcycling. Ich bin ein wenig ziellos und lass mich überraschen.

Nils: Vielen Dank, Stefanie, für das Interview mit den vielen interessanten Infos zu dir und deinem Blog!

By |25.10.2017|DIY-Blogs, Interviews, Magazin|

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