Mit Retro-Charme und Nostalgie zurück in alte Zeiten

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Fräulein Christin von vintaliciously erzählt im Interview, wie sie mit viel Retro-Charme und Gespür für Nostalgie die 20er – 50er Jahre wieder aufleben lässt. Mit dabei sind viele spannende Insights und tolle Tipps für DIY-(Vintage)-Blogger.

Vintage & Retro DIY Blog: vintaliciously

Nils: Hallo Christin! Toll, dass es mit einem Interview geklappt hat. Vielleicht kannst du dich unseren Lesern als Erstes kurz vorstellen?

Christin: Gerne, ich bin Christin, 27 und aus der Nähe von Heidelberg. Seit fast 5 Jahren schreibe ich unter dem Pseudonym „Fräulein Christin“ meinen Vintage Blog vintaliciously.

Nils: Wofür steht dein Blog? Was macht ihn besonders?

Christin: Bei mir dreht sich alles um die vergangenen Tage. Ich blogge über das Thema Vintage und Retro in den Bereichen Interieur, DIY, Mode und den Lebensstil von damals. Die 20er – 50er Jahre versuche ich mit Nostalgie und Retro-Charme wieder aufleben zu lassen.

Christin vom DIY Blog vintaliciously
© Nuts Photography
Vintage- & Retro-Chamre der 20er - 50er Jahre

„Der Blog-Start war nur eine Frage der Zeit!“

Nils: Wann und wie bist du zum Bloggen gekommen?

Christin: Im Dezember 2012 startete ich kurz vor Weihnachten mit vintaliciously. Ich schrieb schon immer gerne, sodass der Blog-Start nur eine Frage der Zeit war. Den richtigen Anstoß gab mir aber erst mein Mann.

Nils: Warst du schon immer kreativ oder kann man das lernen?

Christin: Ich denke, basteln lernen kann man schon, Kreativität eher nicht. Ich hatte schon als Kind immer neue Ideen, mit einer Kindergärtnerin als Oma wurde alles immer fleißig umgesetzt.

„Ich liebe es, alten Dingen ein neues Leben einzuhauchen!“

Nils: Was ist deine persönliche DIY-Note? Was zeichnet deine Kreationen aus?

Christin: Ich liebe es, alten Dingen ein neues Leben einzuhauchen und ihnen meine Note zu geben. Es gibt so viele schöne Deko-Accessoires, die auf Flohmärkten nur darauf warten, mitgenommen zu werden, aber nicht mehr den alten Glanz von damals haben. Da lohnt es sich oft, die alte Funktion zu überdenken und etwas ganz Neues daraus zu machen. Denn es ist schade, wenn alte Dinge weggeworfen werden, die eine zweite Chance verdient haben. Das gilt vor allem für Möbel.

Nils: Hast du einen Geheimtipp, wie du dich für neue DIY-Ideen inspirieren lässt?

Christin: Ich liebe Pinterest! Beim Stöbern durch die Bilderflut kommen mir oft neue Ideen. Ansonsten sind Flohmärkte ein Muss. Oft finde ich Dinge, nach denen ich eigentlich gar nicht gesucht habe.

Nils: Welches ist dein persönlicher DIY-Favorit aus deiner eigenen Kreation?

Christin: Meine Teetassenkerze! Eine ehemalige Kollegin hatte mir damals mehrere alte, wirklich hübsche Sammeltassen mitgebracht. Sie waren viel zu schön, um in der Vitrine zu verstauben, also wurden spontan Kerzen daraus! Meine Hochzeit war im Übrigen mein größtes Bastel-Projekt. Neben der Papeterie habe ich auch aus einem alten Rahmen ein Schlüsselbrett für die Gastgeschenke/Platzkarten (Vintage-Schlüssel) gebastelt.

DIY Schlüsselbrett
DIY Teetassen-Kerze

„Für einen aufwändigen Beitrag benötige ich ca. 2 Tage.“

Nils: Wie lange sitzt du im Schnitt an einem Blog-Artikel? Wie viel Zeit geht dabei auf das Konto der kreativen Arbeit und wie viel fließt in das Bloggen?

Christin: Das kommt darauf an, worum es im Artikel geht. Bei DIY-Beiträgen kostet die Vorbereitung viel Zeit, aber das Schreiben und die Foto-Bearbeitung halten sich in Grenzen. Wenn es sich um einen Beitrag mit geschichtlichem Hintergrund handelt, welcher viel Recherche verlangt, und parallel noch ein Shooting organisiert werden muss, ist der Aufwand sehr groß. Im Winter kommt noch das fehlende Licht hinzu, weshalb ich Fotos meist nur am Wochenende umsetzen kann. Ich stoppe nie die Zeit und teile mir die Arbeit auf mehrere Tage auf, aber generell benötige ich für einen aufwändigen Beitrag ca. 2 Tage.

Nils: Ist dein Blog ein reines Hobby oder verdienst du auch Geld mit deiner Arbeit?

Christin: Momentan ist es ein zeitaufwändiges, aber sehr schönes Hobby mit kleinem Verdienst. Ich arbeite Vollzeit von Montag bis Freitag, da bleibt einem am Ende nicht viel Zeit für das Bloggen. Parallel möchten auch noch soziale Kanäle gefüttert werden. Kooperationen mit Firmen mache ich gerne in Form von Gewinnspielen, was zur Zeit noch den größten Teil ausmacht. Das möchte ich aber zukünftig ändern.

Nils: Gibt es ein Lieblingsmaterial, mit dem du besonders gerne arbeitest und wenn ja, warum?

Christin: Da habe ich keine Präferenzen. Ich mag gerne Holz (alte Möbelstücke) und die typischen Kinder-Bastelmaterialien wie Ton, Bügelperlen und Papier.

Nils: Was sind die von dir am häufigsten genutzten Werkzeuge oder sonstigen Hilfsmittel für deine Kreationen?

Christin: Hauptsächlich meine Hände. Handschuhe und Spachtel finden bei mir keine Verwendung, meist geht es mit den Händen einfach besser und schneller. Weshalb das Fotografieren der einzelnen Schritte durchaus schwierig werden kann.

„Ich verkrafte es nicht, wenn jemand Geschenkband wegwirft oder hübsche Flaschen im Glasmüll landen!“

Nils: Was gehört für dich sonst noch zur Pflichtausrüstung eines DIY-Bloggers?

Christin: Alles sammeln, kaufen und aufheben, was man irgendwie verwenden könnte. Ich bin in dieser Beziehung ein kleiner Messie. Ich verkrafte es nicht, wenn jemand Geschenkband wegwirft oder hübsche Flaschen im Glasmüll landen. Wegwerfen kann man es immer noch – lieber erst mal horten!

Fräulein Christin vom Vintage Blog vintaliciously

Nils: Hast du einen Tipp für andere Blogger, wie sie mehr Leser für Ihren Blog gewinnen können?

Christin: Bekanntheit erreicht man hauptsächlich mit den typischen sozialen Kanälen wie Facebook, Instagram, Twitter und Pinterest. Für DIY-Blogger zählt Pinterest zu den wertvollsten. Man sollte sich jedoch lieber auf einen oder zwei Kanäle konzentrieren und sich mit diesen wirklich beschäftigen. Das kostet Zeit, rentiert sich aber. Qualität vor Quantität! Interaktion mit den Lesern ist sehr sehr wichtig. Antworten auf Kommentare und selbst auch anderen Bloggern folgen sind Pflicht. Das Wichtigste ist aber die Ausdauer. Nicht aufgeben und unterkriegen lassen!

„Das Wichtigste ist die Ausdauer. Nicht aufgeben und unterkriegen lassen!“

Nils: Was ist dein großes „Blogger-Goal“? Wo soll es mit deinem Blog in der Zukunft hingehen?

Christin: Meine Veröffentlichungen. Ich war sehr stolz, als eine meiner DIY-Ideen in der Zeitung „ZEIT“ veröffentlicht wurde, danach folgten noch ein paar weitere Zeitschriftenpublikationen. Doch mein größtes „Goal“ sind all die Bekanntschaften und Freundschaften, die ich durch den Blog gemacht und geschlossen habe. Ich hoffe, weiterhin mit vintaliciously wachsen zu können. Ich habe viele Ideen im Kopf, die nur darauf warten, umgesetzt zu werden.

Nils: Wir drücken dir auf jeden Fall die Daumen! Vielen Dank für das Interview!

By | 2017-08-29T14:30:57+00:00 09.08.2017|DIY-Blogs, Interviews|

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